08.11.2009

Russland, Versuch eines Fazits....

Soooo, lange ist es her, aber es ist zur Abwechslung wieder Fazit-Time! D.H. endlich mal wieder ein staub-trockener, humorloser, langweiliger Beitrag meinerseits. Wurde aber auch Zeit, Ihr werdet ja sonst viel zu viel verwoehnt!!!

Aaaaalso, dann war ich wohl vom... ooooeeeeehhhh... hhhhhmmmm...
  • 31.05. - 05.06.
  • 23.07. - 03.08.
  • 27.08. - 07.11.
in Russland unterwegs. Damit habe ich die mir zur Verfuegung stehenden 90 Tage eigentlich bis zum letzten Tag ausgereizt. Was soll ich nun zu Russland sagen... Es ist ein einfach faszinierendes Land voller Kontraste!
Die Leute zum Beispiel. Einerseits sieht man vielerorts besoffene Jugendliche und unheimliche Gestalten und manchmal war mir schon etwas komisch zumute. Auf der anderen Seite aber ist mir in Russland so unglaublich viel Gastfreundschaft begegnet, dass ich es oftmals gar nichts glauben konnte! Das fing bei fast schon ueblichen Einladungen zum Bier und Vodka trinken in Zug, Schiff oder sonst wo an und endete bei Geschenken bis hin zu 8GB-USB Stick und einem sibirischen Winteranzug. Viele Leute sind unglaublich offen und wollen helfen, sind interessiert und fragen einem Loecher in den Bauch. Ich habe viele Menschen getroffen, die viel gegeben haben ohne das ich auch nur das Geringste zurueck geben konnte. Diesen Menschen danke ich an dieser Stelle, ich werde sie nie vergessen!!!
Zu den Kontrasten gehoert auch das allgemeine Erscheinungsbild von Russland. Auf der einen Seite ist die einfach potten haessliche, alt-sowjetische Architektur mit oftmals herunter gekommenen Plattenbauten in den Staedten. Auf der andere Seite steht die aber genauso oftmals unbeschreibliche schoene Natur, wie sie am Baikalsee oder auf Kamtschatka vorzufinden ist!
Besonders interessant fuer mich ist der Fakt, dass Russland gar nicht "ein" Land ist, wie man vielleicht vermutet. Wer einmal in Ulan-Ude (Burjatien) oder Jakutsk (Jakutien) war, weiss wovon ich rede. Das ist nicht mehr Russland wie man es sich vorstellt. Die Leute haben ihre eigenen Traditionen und Lebensweisen. Deswegen ist es sehr wohl angebracht, nicht von "Russland" zu sprechen, sondern von der "Russischen Foederation", so der offizielle Titel. An dieser Stelle moechte ich aber auch mal meinen Respekt zollen: Ein so riesiges Land mitsamt vielfaeltiger Unterschiede unter einem Dach zu halten, nicht schlecht!!
Zuletzt bleibt mir noch auf den gluecklichen Umstand hinzuweisen, dass ich zu keiner Zeit Probleme mit Behoerden, Miliz oder sonstigem hatte. Eher im Gegenteil: Dass auf meiner Migrationskarte kein einziger Stempel vorhanden war (und das nach ueber zwei Monaten...) hat an der Grenze keinen gestoert...
Die ganzen weiteren Eindruecke und Informationen, die ich in diesen drei Monaten gesammelt habe, werde ich natuerloich gerne bei einer Tasse Bier persoenlich zum besten geben! Ich moechte hier ja nicht den Rahmen sprengen...
Good bye Russia, I will miss you!!!!

Voller Stolz noch der Hinweis, dass ich es geschafft habe, Russland auf jede erdenkliche Art und Weise zu betreten bzw. zu verlassen: Per Zug, per Flugzeug, per Schiff oder am normalen Autogrenzuebergang: Alle Stempel vorhanden! Yes!!! *auf-die-eigene-Schulter-klopf* :-)


05.11.2009

Plan? Voellig ueberbewertet!

Soooooo, da bin nach ueber 5 Wochen(!) dann letztlich doch wieder weg von Kamtschatka. Irgendwann laeuft auch mal mein Russland-Visum aus... Hier in Vladiwostok angekommen stellt sich jedoch heraus, das Plaene im Allgemeinen voellig ueberbewertet werden. Netterweise faellt naemlich meine geplante Faehre nach Japan naechsten Montag einfach aus! Na sowas aber auch. Aber nicht verzagen, Marcus fragen! Was mache ich nun statt direkt nach Japan zu fahren? Ganz einfach: Einen kurzen(?) Abstecher nach Sued-Korea und von dort aus nach Japan! Wie? Keine Ahnung, ich weiss im Moment nur, dass ich am Samstag mit dem Schiff nach Sokho in Sued-Korea uebersetze. Mal schauen, was dort so los ist...

Ich bitte an dieser Stelle folgenden Hinweis zu beachten: Ab Samstag, 07.11., ca. 15uhr Orstzeit verfaellt meine russische Handynummer!!! Aber Ihr koennt beruhigt sein, sollte ich mich irgendwann durch Sued-Korea durchgeschlagen haben und in Japan angekommen sein, werde ich natuerlich sofort meine neue japanische Nummer veroeffentlichen!

Um wenigstens in Japan nicht ganz planlos umherzuirren habe ich mich heute umfassend mit Literatur versorgt. Mit Hilfe von Reisefuehrer, Woerterbuch sowie Phrasen-Buch bin ich nun bestens ausgestattet. Der einzige, winzige Haken an der Sache: Mangels Verfuegbarkeit englischsprachiger Literatur sind meine ganzen Materialen in russisch. Sauber... Also kann ich mein russisch-deutsch Woerterbuch doch noch nicht nach Hause schicken.

Zum Schluss ausnahmsweise mal eine kleine, aber feine, Werbung: Wer vor hat, mal Kamtschatka zu besuchen, dem sei http://kwpro.ru/ waermstens ans Herz gelegt! :-)

31.10.2009

Uuuuuurlaub

Sooooo, da war ich doch glatt ueber eine Woche im Urlaub in Esso (nein, ich meine nicht die Tankstellenkette! Falls es die ueberhaupt noch gibt...) in Zentral-Kamtchatka. Dort ist das Klima aufgrund der Entfernung zum Meer erheblich kontinentaler als in Petropavlosk. Das merkt man vor allem daran, dass im Ort schon Schnee lag und nachts gemuetliche 10-15 Grad unter Null den Abend versuessten. Was aber aufgrund der heissen Quellen vor Ort nicht wirklich schlimm war, so lange ich im 40 Grad warmen Wasser brutzel koennen von mir aus auch noch niedrigere Temperaturen vorbei schauen!

Warum rede ich hier nun von Urlaub... Naja, in der Woche habe ich im Gegensatz zu sonst mal nicht so viele extreme Unternehmungen durchgefuehrt. Hier mal einen kleinen Berg hoch, dort einen Huegel erklimmen. Genug Spass an der Sache hatte ich trotzdem:


Aufgrund eines Waldbrandes vor einiger Zeit gibt es viel "toten Wald", wo haufenweise Baumreste herum stehen und darauf warten, von einem Mann aus dem Boden gerissen zu werden...


An wunderschoener Landschaft mangelt es aber auch in Esso nicht...


Nach Besteigung eines kleinen Berges einfach mal abschalten und geniessen.

Hatte ich nicht neulich schon das Computerspiel Battlefield 1942 erwaehnt...


Die Wasserski-Anlage von Esso fand ich mangels Anwesenheit etwas enttaeuschend...


Nicht mit jedem russischen Mobil komme ich auf Anhieb zurecht...


Weitere Planung:

Jahaaaaa, mittlerweile gibt es auch wieder eine Planung ueber die weitere Reise! Am 05.11. geht mein Flieger nach Vladivostok, wo ich dann hoffentlich am 09.11. mit der Faehre in Richtung Japan aufbreche um dort puenktlich am 11.11. koelsche Karnevalsstimmung zu verbreiten!!!

18.10.2009

Paparazzi

Sooooo, nach Bildern, Text und sogar einem Video moechte ich Euch die naechste Erweiterung meines Blog praesentieren. Vielleicht erinnert sich der ein oder andere daran, dass ich in Jakutsk von einem lokalen Business-Magazin interviewt worden bin. Ich gehe einfach mal davon aus, dass nicht jeder die Moeglichkeit hat, eine Ausgabe dieses nur in Jakutsk erscheinenden Magazins zu ergattern. Freundlich wie ich nunmal bin liefere ich Euch daher hier die digitale Version der Ausgabe.

Ich selbst habe nicht alles verstanden und das ein oder andere mag in der Form auch nicht stimmen. Intervies auf russisch sind nicht sooo einfach... Besonders den letzten Absatz finde ich sehr interessant, dort ist die Rede davon, dass ich nach meiner Rueckkehr mein eigenes Unternehmen gruenden moechte. Aha, gut dass mir das mal jemand sagt, ich wusste davon bislang noch nichts...

Aber nun viel Spass beim Lesen! Ach ja, Kenntnisse der russischen Sprache koennten evtl. von Vorteil sein...



15.10.2009

Die Reise zum Mittelpunkt der Erde

Ok ok, sooooo weit bin ich dann doch (noch) nicht gereist.... Aber in den Krater eines aktiven(!) Vulkans vorzudringen mag dem schon recht nahe kommen. Aber bevor es soweit war, gab es eine Menge Probleme zu loesen...

Zuallererst galt es natuerlich in die Naehe des Vulkanes zu kommen, was bei 10-30cm Neuschnee nicht soooo leicht ist. Wer schonmal versucht hat, in einer mit Schnee bedeckten Ebene ohne Baeume und Straeucher, dafuer aber haufenweise Lavebrocken, Wolken und Nebel, eine kaum vorhandene "Strasse" ausfindig zu machen kann vielleicht nachvollziehen wovon ich rede. Aber dank eines wirklich guten Jeeps mitsamt ausgezeichneten Fahrers konnte dieses Problem geloest werden. Vom Auto bis zum Krater mussten dann nur noch gute 5 Kilometer per Pedes ueberwunden werden. Der Schnee hierbei war in der Regel kniehoch, stellenwese sank man bis zur Huefte ein... Der Wind peitschte eiskalt um die Ohren und beglueckte mit winzigen Eiskristallen, die ins Gesicht schlugen. Und damit es dabei auch nicht zu langweilig wird, mussten wir noch zwei kleinere Lawinen ueber uns ergehen lassen. Auch mal ein Erlebnis. Uebrigens begleitete einen selbst in der Entfernung dank des Schwefels in der Luft ein permanenter Gestank von faulen Eiern. Sehr angenehm....

Wie kann man nun das innere diesen aktiven Vulkans beschreiben... An allen Ecken zischte und dampfte es, schwefelhaltige Gaswolken aus Fumarolen umschworren einen und raubten den Atem. Ein staendiges lautes Zischen verdampfenden Wassers lag in den Ohren. An vielen Stellen sprudelte kochend heisses Wasser und brodelte heisse Schlammbruehe. Der Gestank des Schwefels verursachte oftmals heftige Hustenreize. Die Sicht war oftmals durch den Dampf getruebt und brannte in den Augen. Alles in allem: Ein echt gemuetliches Oertchen!

Leider konnte ich im Krater nicht viele Fotos machen bzw. die Fotos sind nichts geworden, da der Dampf die Linse beschlagen lies, wenn man ueberhaupt was sehen konnte. Daher kann ich Euch leider nicht viele Fotos aus dem Krater selbst praesentieren, dafuer aber vom Drumherum. Ich moechte die Fotos ausnahmsweise mal ohne Kommentar versehen, ich denke vieles spricht fuer sich selbst.










Wie sieht nun man weitere Planung aus? Nun, hierzu kann ich ausnahmsweise man nicht so viel sagen, ich bin einfach hier in geniesse das Leben in vollen Zuegen :-)