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26.08.2009

Ade Mongolei! Ein Fazit...

Soooo, es ist mal wieder Fazit-Zeit. Also bitte eine Flasche Wasser bereit halten, Euch erwartet wieder mal ein staubtrockener Fazit Beitrag!

Vom 03.08. - 27.08.2009 werde ich nun also in der Mongolei unterwegs gewesen sein. Spontan fallen mir 4 Begriffe ein, die mir nun im Kopf herum schwirren: Weite, Nichts, Gastfreundschaft und Touristen. Die Landschaften der Mongolei sind einfach unglaublich, der Horizont scheint unendlich weit entfernt. Waehrend man in der Steppe so ziemlich ueberall noch Jurten mit Pferden, Kuehen, Ziegen und Yaks sieht, faehrt man in der Wueste Gobi einfach stundenlang durch absolut gar nichts! Nur grau und braun, selten vergilbtes gruen kennzeichnen den Weg, ab und zu verneinzelt eine Kamel-Familie.

Die Mongolen selbst begegneten mir von allen Voelkern, die ich bisher kennen gelernt habe, als die absolut freundlichsten und hilfsbereitesten Menschen! Selbst in der Hauptstadt wird man teilweise in Bussen gefragt, ob man Hilfe benoetigt und ob alles ok waere. Ist man auf dem Land unterwegs, winken einem alle zu und freuen sich, einen zu sehen!

Auf der Negativ-Seite der Mongolei steht fuer mich, dass hier einfach viel zu viele Touristen sind! In der Hauptsadt sind gefuehlte 50% der Menschen Touristen, auf dem Land sieht man ueberall Kleinbusse mit der Aufschrift "Tourist", die die Leute zum naechsten Touristencamp chauffieren. Schrecklich! Aber zur Entwarnung: Es ist absolut moeglich, die Mongolei individuell ohne Touristen-Agenturen und abseits der Touristengebiete zu erkunden! Man sollte nur entsprechend Zeit und Geduld mitbringen. Hierbei gefaellt, dass die Mongolei wirklich billig ist, so lange man sich nicht in die Faenge einer Agentur begibt. Als Anhaltspunkt: In 3 Wochen Mongolei habe ich ca. 350,- Euro ausgegeben. Hauptanteil geht dabei fuer den Transport drauf, die Entfernungen sind teilweise betraechtlich!

Mir selbst geht es bestens und ich freue mich, in drei Tagen mein "3-Monatiges" zu feiern. 3 Monate unterwegs... Klingt irgendwie komisch fuer mich. Auf der einen Seite klingt es nach einer langen Zeit und ich denke "Bin ich wirklich schon so lange unterwegs?". Auf der anderen Seite kommt mir die Zeit aber auch viel laenger vor, wenn ich daran denke, was ich jetzt schon alles erlebt habe...

Weitere Planung:
Vor mir liegt nun ein richtiges Abenteuer. Mein naechstes Ziel wird Jakutsk im tiefsten Sibirien sein. Laut Wikipedia im Winter die kaelteste Grossstadt der Welt. Und bei meiner Ankunft ist es schon Anfang September... Also darf ich mich wohl auf etwas kuehlere Temperaturen als in der Wueste Gobi gefasst machen... Von Jakutsk aus moechte ich irgendwie bis nach Tiksi gelangen, einer kleinen Stadt direkt am Polarmeer. Ich bin gespannt, ob mir dieses Unterfangen gelingt... Danach steht Kamchatka auf dem Plan, was auch nicht leicht wird, da dort die normale Reisesaison im Juli/August liegt...

Ich verabschiede mich hiermit erstmal aus der Mongolei! Selbst ich bin gespannt, von wo mein naechster Beitrag kommen wird!!! ;-)

Welcome to Death Valley


Soooo, nun kann ich auch behaupten, mal in der Wueste Gobi gewesen zu sein... Da in einer Woche Wueste recht viel passiert, ich aber Eure kostbare Zeit nicht zu sehr beanspruchen und Eure Augen nicht zu sehr belasten moechte (bin ich nicht nett?), gibt es dieses mal einfach wieder eine Kurzfassung.

Hier also eine To-Do Liste mit Dingen, die man in der Mongolei bzw. Wueste Gobi mal getan haben sollte:
  • 14 Stunden in einem oeffentlichen Bus in Richtung Wueste fahren. Dabei Beinfreiheit in alle Richtungen: ca. 2mm
  • Im Bus ein oesterreichisches (bloedes Wort...) und ein israelisches Paerchen treffen und mit denen zusammen weiter reisen
  • Auf dem Markt in einem Kaff in der Wueste einen verrueckten Franzosen treffen, der stellvertretender Obermufti des Ortes ist
  • Sich von diesem Franzosen zu einer Farm mitten in der Wueste ins Sperrgebiet Naehe der chinesischen Grenze fahren lassen. Wichtig: Dabei offiziell getarnt als Archeologe reisen!!!
  • Waehrend der Fahrt gruenlich schimmernde, Uran-haltige Felsen bestaunen. Merke: Schlechter Zeltplatz!!! Ausnahme: Man heisst Homer Simpson...
  • Zwei Tage auf der Farm Unkraut zupfen und dabei mongolischen Opern-Arien der "Big-Mama" der Familie lauschen
  • Sich von der Farm zurueck ins Kaff von einem total besoffenen Fahrer mit Vollgas durch die Wueste chauffieren lassen. Glueck: Einziger Schaden dieser Tour war ein geplatzter Reifen.
  • Zurueck im Kaff der Wueste von einem Taxi zu einer Schlucht in den Bergen fahren lassen und dort campen
  • Am naechsten Tag durch die Schlucht wandern und dabei Berge besteigen
  • Am Ende der Schlucht in der offenen Wueste campen. Merke: Kann stuermisch sein nachts in so einer Wueste!
  • Am letzten Tag 30km zu Fuss durch die offene Kieswueste bei strahlend blauem Himmel und fast ohne Wasser zurueck ins Kaff wandern. Merke: Mehr Wasser in der Wueste dabei haben!!!
  • Versuchen, die 30 km per Anhalter abzukuerzen. Merke: Kaum bis gar keine Autos in der Wueste unterwegs!
  • Versuchen, auf dem Basar des Kaffs Fleisch fuer ein leckeres Steak zu kaufen, wenn vor einem ein komplettes, gehaeutetes Schaf liegt. Merke: Der Kopf des Schafes ergibt bestimmt kein schoenes Steak!
  • Fuer die Rueckfahrt einen extra Bus gestellt bekommen, da man in einer groesseren Gruppe unterwegs ist. Trotzdem war dieser Bus innerhalb weniger Minuten wieder ausverkauft. Daher Beinfreiheit auf der Rueckfahrt: 0mm in alle Richtungen... Merke: Eine Busfahrt kann aufgrund geplatzter Reifen, durchgescheuerter Keilriemen und anderer technischer Pannen etwas laenger dauern als geplant!

Vollgas mit dem Bus durch die Wueste, 14h Fahrt

Sued-Mongolischer Eingeborener


Die Helden der Wueste: Oesterreichisches Paerchen, israelisches Paerchen und meine Wenigkeit. Fuer die Stadtkinder unter Euch: Das im Hintergrund sind Kamele!
Ein sogenanntes "Kamel" nochmal in der Nahaufnahme.

Bei der Fahrt durch die Wueste muss man sich vor Baeumen in Acht nehmen, die einem urploetzlich aus dem Nichts heraus im Weg stehen koennen!

Natuerlich kommt auch in der Mongolei nur gesundes und nahrhaftes auf den Tisch!

Hier zu sehen das geschmolzene, ewige Eis der Schlucht.

Auch in der Wueste sind die Berge nicht vor mir sicher!

Gemuetlicher, flauschiger Zeltplatz in der Wueste

Anzahl angetroffener Autos in der Wueste: 0,0

15.08.2009

Plan? Wasn fuern Plan?

Warnung: Da ich gerade viel Zeit habe und Internet hier verdammt guenstig ist (ganze 30Cent die Stunde!) wird dieser Eintrag mal etwas laenger und ausfuehrlicher! Also bitte vorher nochmal was essen, den Toillettengang erledigen und Kaffee/Cola als Wachhalter bereit halten!

Soooo, da bin ich also doch schon wieder etwas frueher online als gedacht... Warum? Nun ja, ich muss zugeben, dass ich so langsam einen Steppen-Koller bekomme und nach Kasachstan, Olkhon und hier echt keine Steppe mehr sehen kann! Aber da ich ja noch jung und dynamisch bin (behaupte ich jetzt einfach mal so), habe ich kurzerhand meine Route geaendert und einen laengeren Trek entfallen lassen.

Wie war also nun meine Woche in der Mongolei... Nach 10h Busfahrt, bei der ich super eng zusammengekauert auf meinem Platz hockte, wurde ich in Tsetzerleg gluecklicherweise von einer Couchsurferin direkt am Bus abgeholt. Praktisch! Und ja, auch in der mongolischen Einoede gibt es Couchsurfer!

Am folgenden Tag habe ich mich sodann aufgemacht, meine geplante Trekkingroute zu absolvieren. Hierzu musste ich erstmal ein Fahrzeug auftreiben, welches mich ins Zielgebiet bringen sollte. Gar nicht so einfach, ich muss zugeben, mein mongolisch ist nicht gerade vorzeigbar... Aber nach 3 Stunden habe ich ein zu meinen Preisvorstellungen passendes Fahrzeug gefunden. Dieses war leider nur leicht ueberladen (4 Personen auf der Rueckbank!) und auf der Fahrt hatten wir mehrere technische Pannen, bei denen dann sogar Teile des Motors ausgewechselt worden sind :-/ Nach 8h "Fahrt" bin ich dann erst gegen 23Uhr am Ziel (ein Canyon) angekommen, so dass ich nur noch fix mein Zelt im dunkeln aufgebaut habe. Der Folgetage war dann auch fuer die Katz: Da es den ganzen Tag geregnet hat, habe ich diesen Tag komplett im Zelt verbracht! Aber was soll's, isch hab ja Zeit...

Der Sonntag war dann zum Glueck regenlos, so dass ich den Canyon entlang wandern und mich dann auf in Richtung "White Lake" machen konnte. Die Strecke dahin war nicht wirklich abwechslungsreich:

Mongolische Hauptstrasse durch die Steppe

Nur ab und an gab es was zu sehen. Pferde duerfen in der Mongolei natuerlich nicht fehlen!

Mein Zeltplatz am Canyon


Nachdem mich ein Auto noch ein Stueckchen mitgenommen hat, erreichte ich mein naechstes Ziel, den erloschenen Vulkan Khorgo:

Hoffentlich bleibt er auch erloschen und denkt nicht ueber spontane Selbstbelebung nach...


Am Vulkan traf ich auf eine nette mongolische Touristenfamilie. Der Opa (zweiter von links) sprach zum Glueck russisch, so dass wir uns gut unterhalten konnten. Zum Dank hat er dann eine Runde selbstgemachten mongolischen Vodka spendiert, der zwar absolut lecker und super mild schmeckt, der dann aber doch recht schnell in den Schaedel geht... Aber auf diese Art konnte ich dann frisch gestaerkt die letzten Kilometer "laufen"!

Fuer die naechsten zwei Folgetage stand die Besteigung eines Berggipfels an. Ausgangspunkt war der See (2000 Hoehenmeter), das Ziel lag in 3110m Hoehe. Nach einiger Anstrengung habe ich es dann auch geschafft:

Zur Belohnung gab es am Abend dann wieder nettes Seepanorama zur Entspannung:


Danach habe ich mich auch schon wieder auf die Rueckreise nach Tsetzerleg gemacht, wo ich dann auch noch einen weiteren Tag verharren musste, da alle Bustickets ausverkauft waren. Aber die Couchsurferin hatte Besuch von einer Freundin, die einen kleinen, einfach knuddeligen weiteren Besucher mitbrachte:


Heute haenge ich noch in Ulaanbaatar ab (gleich gucke ich Transformers 2 im Kino :-) ), morgen geht es dann in Richtung Wueste Gobi. Da ich allein unterwegs bin, habe ich mir einfach in Busticket in die Gegend gekauft und schaue mal, was mich da so erwartet...

Jetzt noch haufenweise Erkenntnisse der letzten Zeit:
  1. Bloeder mongolischer Wechselkurs... 1 Euro gleich 2.000 Tugrig! Da schleppt man staendig ein Vermoegen mit sich herum...
  2. Wenn der europaeische Naturschutzbund oder Greenpeace oder so wuesste, wieviel Edelweiss ich schon zertrampelt habe, wuerden die mich glatt erschiessen!
  3. Wenn einem mitten im Nichts zwei Mongolen mit dem Moped entgegen kommen, und einer von den beiden hat ein dickes Gewehr dabei, ist es vielleicht ratsamer den Zeltplatz noch etwas versteckter als sonst auszuwaehlen... Sagte mir mein Gefuel zumindest.
  4. Ein frischer Apfel gegessen auf dem Gipfel eines Berges nach dessen Besteigung kann verdammt lecker schmecken!
  5. Es zeigen sich erste Aufloesungserscheinungen meiner Ausruestung... Kaputtes T-Shirt, Zieh-Dingens vom Reissverschluss des Rucksackes kaputt, ein Befestigungsriemen auch wech :-/
  6. Es ist einfach praktisch, immer etwas Kletterausruestung dabei zu haben, um die genannten Aufloesungserscheinungen zu beheben! Eine Prusik ran an den Reissverschluss, eine kleine Bandschlinge + Expresse als Befestigungsriemen Ersatz, und schon ist der Drops gelutscht!
  7. Ich war beim mongolischen Friseur! Hat mich einen ganzen Euro gekostet...
  8. Wer zum Teufel kam auf die Idee, Fanta auch mit Apfelgeschmack zu erfinden!? Widerlich das Zeux!
  9. Wozu muss man sein T-Shirt in der Wildnis waschen? Das kann man(n) auch eine Woche durchgaengig tragen :-)
  10. Mongolische (asiatische?) Tischtennisschlaeger sind am Handgriff viel zu kurz fuer europaeische Haende...
  11. Das asiatische Standardbett hat auch nur 1.80m Laenge!
  12. Vokabeln zum lernen (Mongolei - Deutschland): Tennis = Tischtennis; Air-Tennis = Badminton; Ground-Tennis = Tennis!
  13. So langsam habe ich mein Gepaeck optimiert! :-D
Ich glaube, das reicht dann erstmal fuer heute. Noch irgendwer wach? Nein? Auch gut! Dann mache ich mich mal auf in die Wueste. Tschoooeeeee

05.08.2009

Abwesenheitsnotiz

So, morgen entschwinde ich dann erstmal fuer eine laengere Zeit in die weiten der Mongolei! Da ich aus einem mir nicht bekannten Grund das Gefuehl habe, dass ich dort wenig Internet antreffen werde, moechte ich darauf hinweisen, dass hier die naechste Zeit nichts los sein wird! Also keine Sorgen machen, ich verweise hiermit einfach auf die Satelliten-Messages!

Als Entschaedigung aber hier schon ein paar Impressionen des gestrigen Tages in Ulaanbataar, der Hauptstadt der Mongolei:

Blick auf das Stadtzentrum aus der Jurte meiner Couchsurfing-Familie

In der Innenstadt

Kritscher Blick auf die Touristeninformation



Vorne und rechts der Vater/die Mutter der Familie. Links neben mir zwei Spanier, rechts ein Finne. Zwischendrin verteilt zwei der vier Kinder der Familie.

Bisherige Erkenntnisse:
  1. Ich habe seit ueber zwei Monaten weder einen MC, noch BK, Subway oder Starbucks auch nur gesehen!!! Ja, sowas ist heutzutage noch moeglich!
  2. Ich mag es nicht, die Landessprache nicht zu verstehen...
  3. Mittlerweile faellt mir bei vielen Dingen eher das russische als das englische Wort ein...
  4. Internet und generell die Mongolei sind bislang verdammt guenstig!!! :-)

Soooooo, dann bis in... Oooooeeehhhh, sagen wir mal ca. 3 Wochen :-)

Morgen fahre ich mit dem Bus nach Tsettserleg um von dort verschiedene Trekkingtouren zu machen. Die laengste davon fuehrt mich fuer sieben Tage 160km durch die Landschaften :-)

C'ya!